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PFQ

Programm zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnahmen

Susanne Schmeier
+49 228 20717-361

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PFQ – Programm zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnahmen

Finanzielle Unterstützung für NRO, die NRO qualifizieren

In Deutschland arbeiten zahlreiche Nichtregierungsorganisationen (NRO) an der Erreichung entwicklungspolitischer Ziele. Sie setzen Maßnahmen im Ausland um oder unterstützen ihre Partnerorganisationen dort. In ständigem Austausch mit ihren Partnern im Aus- und Inland treiben sie auf der Grundlage eigener langjährig erworbener Kenntnisse und Erfahrungen die fachlichen Diskussionen voran.

Das Programm

Mit dem Programm zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnahmen, kurz PFQ, unterstützt Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) NRO finanziell dabei, ihre entwicklungspolitischen Fachkenntnisse weiterzugeben oder andere NRO methodisch zu qualifizieren.

Gefördert werden insbesondere Maßnahmen

  • zur Erweiterung der Expertise in spezifischen Themen- und Arbeitsfeldern zivilgesellschaftlichen entwicklungspolitischen Engagements sowie
  • zur Erhöhung der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit enwicklungspolitischer Arbeit und Handlungskompetenz durch erweiterte Methodenkompetenz.

Das Förderprogramm ist zunächst für drei Jahre befristet.

Wer kann Anträge stellen?

Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen mit entwicklungspolitischer Zielsetzung und Sitz in Deutschland. Sie müssen eine der folgenden Rechtsformen haben und diese anhand eines Nachweises belegen:

  • Eingetragene, gemeinnützige Vereine (e.V.)
  • Netzwerke von Organisationen (nur Dachverbände nach Paragraf 57 Absatz 2 Abgabenordnung), vertreten durch ein Mitglied, das eine der hier genannten Rechtsformen innehat.
  • Körperschaften des öffentlichen Rechts wie Kirchen und kirchliche Organisationen sowie Universitäten und andere Institutionen der Wissenschaft
  • Gemeinnützige GmbH
  • Rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts (gemeinnützig) oder öffentlichen Rechts
  • Gemeinnützige Genossenschaften (eG)
  • Gemeinnützige Unternehmergesellschaft, sofern sie nicht als Ein-Personen-Unternehmen aufgestellt sind.

Nicht antragsberechtigt sind Einzelpersonen und Organisationen mit folgenden Rechtsformen: Kommerziell arbeitende Einrichtungen, Schulen, Aktionsgruppen, GbR, GmbH, Politische Stiftungen, Organisationen gemeinnütziger Art, die keine steuerliche Anerkennung vorweisen können.

Zur Überprüfung der formalen Antragsberechtigung müssen Organisationen im Vorfeld der Projektantragstellung das Formular Trägerprüfung sowie entsprechende Nachweise einreichen.

Welche Maßnahmen können bezuschusst werden?

Qualifizierungsmaßnahmen

Gefördert werden Qualifizierungsmaßnahmen, die durch die Vermittlung von Fachinhalten der Entwicklungspolitik, von Methoden, Instrumenten und Techniken, dem Wissenstransfer und der Wissenskooperation zivilgesellschaftlicher entwicklungspolitischer Träger dienen.

Diese sollen dazu geeignet sein:

  • den Teilnehmerkreis in spezifischen Themen- und Arbeitsfeldern zivilgesellschaftlichen entwicklungspolitischen Engagements im In- und Ausland zu schulen und so die Handlungskompetenz, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Aktivitäten zu stärken;
  • eine Verständigung zu Qualitätsstandards und eine Wirkungs- und Effizienzsteigerung von zivilgesellschaftlichen entwicklungspolitischen Projekten und Projekten der Entwicklungszusammenarbeit zu unterstützen.

Für geförderte Qualifizierungsmaßnahmen gilt grundsätzlich, dass diese einem eindeutigen Qualifizierungsbedarf seitens der zivilgesellschaftlichen Trägerlandschaft entsprechen müssen.

Den inhaltlichen Bezugsrahmen von Qualifizierungsmaßnahmen bilden folgende acht Querschnittsthemen, die dem übersektoralen Kennungssystem der OECD/DAC (Organisation for Economic Cooperation and Development/ Development Assistance Committee) entsprechen:

  1. Armutsminderung
  2. Gleichberechtigung der Geschlechter
  3. partizipative Entwicklung und gute Regierungsführung
  4. Umwelt- und Ressourcenschutz
  5. Krisenprävention
  6. ländliche Entwicklung,
  7. programmbasierte Ansätze und
  8. Handelsentwicklung.

Besonders förderwürdig sind Qualifizierungsangebote, die sich aus aktuellen nationalen und internationalen politischen Prozessen und Debatten ergeben, beispielsweise den Förderschwerpunkten des BMZ, insbesondere im Förderrahmen des Titels private Träger.

Zielgruppen
Formen von Maßnahmen

Finanzierung

Organisationen, die erstmalig eine PFQ-Förderung beantragen, können Mittel in Höhe von maximal 25.000 Euro als Zuschuss beantragen. Die maximale Höhe der Anteilsfinanzierung beträgt für neu konzipierte Qualifizierungsangebote bis zu 85 Prozent der zuschussfähigen Gesamtausgaben, bei bereits erprobten Formaten können bis zu 75 Prozent gefördert werden. Die zur Deckung der Ausgaben nötigen Mittel können aus Teilnehmerbeiträgen, Drittmitteln oder Eigenmitteln der antragstellenden Organisation aufgebracht werden und müssen mindestens 15 Prozent, bei bereits erprobten Formaten mindestens 25 Prozent der zuschussfähigen Gesamtausgaben betragen. Weitere Bundes- oder Landesmittel können eingesetzt werden. Allerdings darf der Anteil der Gesamtfinanzierung aus Mitteln des Bundes nicht mehr als 85 beziehungsweise 75 Prozent der zuschussfähigen Gesamtausgaben betragen.

Förderfähige Ausgabenpositionen:

Es können folgende Ausgabepositionen anteilig finanziert werden:

  • Unterkunft und Verpflegung
  • Fahrtkosten
  • Honorar- und Personalausgaben (auch für die Vor- und Nachbereitung oder die Teilnehmendenakquise)
  • Projektbezogene Sachkosten (beispielsweise für die Erstellung von Schulungs- und Begleitmaterialien)
  • Anteilige Verwaltungskosten.

Bei der Festlegung der zuschussfähigen Ausgaben gelten die im Merkblatt Zuschussfähige Ausgaben dargestellten Bestimmungen und Regelungen.

Antragsberechtigung

Vor der Projektantragstellung müssen Organisationen das Formular Trägerprüfung sowie entsprechende Nachweise einreichen. Auf Grundlage der eingereichten Unterlagen wird geprüft, ob die Organisation die formalen Voraussetzungen für eine Antragstellung erfüllt. Fällt die Trägerprüfung positiv aus, ist die Organisation antragsberechtigt.

Trägerprüfung

Folgende Angaben sind für die Trägerprüfung wichtig:

  • Name und Anschrift der antragstellenden Organisation
  • vertretungsberechtigte Person oder Personen
  • Rechtsform
  • Kurzbeschreibung der antragstellenden Organisation
  • Anlagen (Freistellungsbescheid oder vorläufige Bescheinigung der Gemeinnützigkeit des Finanzamts, Satzung, Finanzbericht der letzten drei Jahre)
  • Unterschrift der vertretungsberechtigten Person, bzw. der vertretungsbrechtigten Personen

Die Satzung der antragstellenden Organisation muss auf entwicklungspolitische Zielset-zungen oder entsprechende Arbeit der Organisation hinweisen und plausibel sein.

Nachweise

Die Verwendung der zugewiesenen Mittel für steuerbegünstigte Zwecke im Sinne der Ausgabenordnung (AO) muss schriftlich bestätigt werden. Die Gemeinnützigkeit muss nachgewiesen werden durch:

  • Freistellungsbescheid Körperschaftssteuer
  • bei Neugründung der Gesellschaft einen Bescheid nach Paragraf 60a AO des Finanzamtes,
  • bei steuerbegünstigten Körperschaften mit einem veranlagten wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb den letzten Körperschaftssteuerbescheid nebst Anlage mit Bestätigung der Steuerbegünstigung.

Die Bonität der Organisation wird durch Abfrage bei Creditreform überprüft.

Antragsverfahren

Für die Antragstellung gibt es ein Antragsformular, das digital und postalisch einzureichen ist. Anträge müssen mindestens 12 Wochen vor Projektbeginn eingereicht werden. Anträge auf Förderungen im aktuellen Haushaltsjahr müssen bis zum 15. September eingereicht werden.

Projektanträge können für ein oder zwei Haushaltsjahre laufend gestellt werden. Engagement Global prüft die Anträge in der Reihenfolge ihres Eingangs („Windhundverfahren“) und schlägt dem BMZ eine Bewilligungsentscheidung vor. Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht.

Förderung

Für bewilligte Projekte werden privatrechtliche Weiterleitungsverträge zwischen Engagement Global gGmbH und der antragstellenden Organisation geschlossen. Die Förderung geschieht grundsätzlich über eine Anteilfinanzierung. Bei Vertragsabschluss werden die zuschussfähigen Gesamtausgaben des Projektes, die Fördersumme sowie der damit verbundene Prozentsatz der Förderung festgelegt.

Mittelanforderung

Bitte nutzen Sie für die Anforderung bewilligter Fördermittel ausschließlich das Formular Mittelanforderung.

Zuschüsse müssen anteilig – entsprechend der im Weiterleitungsvertrag festgeschriebenen prozentualen Anteilsfinanzierung an zuschussfähigen Gesamtausgaben – angefordert und alsbald nach Auszahlung, spätestens jedoch nach sechs Wochen, zur Erfüllung des Vertragszwecks verwendet werden. Zu berücksichtigen sind die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P).

Auf Mittel, die für das bewilligte Haushaltsjahr nicht bis zum 10. Dezember bei Engagement Global angefordert werden, besteht kein Rechtsanspruch mehr.

Mitteilungspflichten und Änderungen

Beabsichtigte inhaltliche und finanzielle Änderungen oder Abweichungen gegenüber dem Weiterleitungsvertrag müssen Engagement Global gGmbH während der Projektlaufzeit umgehend mitgeteilt werden, sofern es sich um maßgebliche und dauerhafte Änderungen handelt. Dies gilt insbesondere, wenn

  • sich der Verwendungszweck ändert oder sonstige für den Vertrag über den Zuschuss maßgebliche Umstände sich ändern oder wegfallen, insbesondere wenn das Projekt in seiner Grundstruktur oder Zielsetzung verändert werden soll.
  • sich herausstellt, dass der Vertragszweck nicht oder mit dem bewilligten Zuschuss nicht zu erreichen ist.
  • Zuschussmittel nicht oder nicht innerhalb von sechs Wochen nach Auszahlung verbraucht werden.
  • sich die veranschlagten Gesamtausgaben für den Vertragszweck ermäßigen, sich die Deckungsmittel erhöhen oder neue Deckungsmittel hinzutreten.

Einzelansätze (Unterkunft und Verpflegung, Fahrtkosten, Honorar- oder Personalkosten, Sachausgaben) dürfen um bis zu 20 Prozent überschritten werden, wenn die Überschreitung durch entsprechende Einsparungen bei anderen Einzelansätzen ausgeglichen werden kann. Alle sonstigen Abweichungen vom Finanzierungsplan, beabsichtigte neu hinzukommende Einzelansätze, komplett wegfallende Einzelansätze sowie beabsichtigte neu hinzukommende Einzelposten bedürfen der Zustimmung des Zuschussgebers und müssen beantragt werden.

Teilnehmerlisten

Es werden grundsätzlich nur Veranstaltungen mit mindestens 15 Teilnehmenden gefördert. Bei geschlossenen Veranstaltungen sind Teilnehmerlisten zu erstellen und von den Teilnehmenden zu unterzeichnen. Eine Vorlage steht als Download zur Verfügung.

Projektabwicklung und –abrechnung

Verwendungsnachweis

Nach Abschluss des Projekts, spätestens jedoch drei Monate nach Ende des Förderzeitraums ist der Verwendungsnachweis vorzulegen. Er besteht aus A. Sachlichem Bericht und B. Zahlenmäßiger Nachweisung mit Belegliste. Dafür ist das IT-gestützte Formular Verwendungsnachweis zu nutzen. Es ist digital sowie ausgedruckt postalisch an Engagement Global gGmbH zu senden.

Im Sachbericht sind die Verwendung des Zuschusses und unter Heranziehung der im Projektantrag benannten Indikatoren die Erreichung der Wirkungen und Projektziele überprüfbar darzustellen (Soll-Ist-Vergleich).

In der Zahlenmäßigen Nachweisung / Belegliste müssen alle tatsächlich angefallenen Projektausgaben aufgeführt werden, nicht nur die zuschussfähigen Ausgaben. Es ist darauf zu achten, dass in der Belegliste alle Einnahmen und Ausgaben separat sowie chronologisch sortiert aufgeführt werden.

Soweit der Zuschussempfänger die Möglichkeit zum Vorsteuerabzug nach Paragraf 15 des Umsatzsteuergesetzes hat, dürfen nur die Entgelte (Preise ohne Umsatzsteuer) berücksichtigt werden.

Belege und Rechnungen

Der Zuschussempfänger ist verpflichtet, alle Belege, Verträge und sonstige mit der Förderung zusammenhängende Unterlagen im Original mindestens fünf Jahre lang ab Vorlage des Verwendungsnachweises aufzubewahren und auf Anforderung dem Zuschussgeber, dem BMZ und dem Bundesrechnungshof vorzulegen. Bei Anforderung der Originalbelege müssen Belegliste und Belege identisch sein, anteilige Kosten sind entsprechend auszuweisen.

Alle Belege (auch Eigenbelege) müssen die im Geschäftsverkehr üblichen Angaben und Anlagen enthalten, die Ausgabebelege insbesondere den Zahlungsempfänger, Grund und Tag der Zahlung, den Zahlungsbeweis und bei Gegenständen den Verwendungszweck. Außerdem müssen die Belege ein eindeutiges Zuordnungsmerkmal zu dem Projekt, zum Beispiel die Projektnummer, enthalten.

Bei Honoraren ist über die zu erbringende Leistung und die Vergütung (einschließlich eventueller Nebenkosten) mit der Honorarkraft eine schriftliche Vereinbarung zu schließen. Der Honorarvertrag und die Rechnung sind den Abrechnungsunterlagen beizufügen. Die Umsatzsteuer muss ausgewiesen sein oder ein Hinweis auf eine Umsatzsteuerbefreiung vorliegen. Eine Mustervorlage für Referentenhonorare finden Sie als Download auf unserer Seite. Für die Nachweisung müssen der Vertrag, die Rechnung und der Zahlungsnachweis vorliegen.

Skonto

Wenn bei einer Rechnung die Möglichkeit des Skonto besteht, ist diese wahrzunehmen. Erfolgt dies nicht, so muss der entsprechende Differenzbetrag von den anrechenbaren zuschussfähigen Ausgaben abgezogen werden.

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