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Koordinierungsstelle ZFD, TKZ, SES

Heidi Sjöblom-Zass

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TKZ - Transportkostenzuschuss

Sie wollen dem Krankenhaus in der Partnerstadt ihrer Gemeinde in Benin Ultraschallgeräte spenden oder die Berufsschule dort mit Werkbänken für die Ausbildung von Schreinern unterstützen? Leider können Sie keinen Überseetransport finanzieren? Unter bestimmten Bedingungen können Sie dafür einen Transportkostenzuschuss (TKZ) erhalten: Wenn Ihre Sachspende dazu dient, die Lebensbedingungen besonders benachteiligter Bevölkerungsgruppen in einem Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern.

Wer ist antragsberechtigt?

Grundsätzlich können nur private deutsche Organisationen und Verbände sowie Initiativgruppen einen TKZ beantragen, die als gemeinnützig anerkannt sind und nachweislich über keine ausreichenden Eigenmittel oder sonstige Finanzierungsmöglichkeit für einen Transport verfügen.

Auch der Empfänger der Sachspende, die einheimische Organisation im Partnerland, muss eine gemeinnützige private oder öffentliche Einrichtung sein.

Förderumfang

Der TKZ umfasst folgende Kosten

  • Verpackung der Sachspenden
  • Transport der Sachspenden vom Lagerort in Deutschland zum Bestimmungsort
  • Transportversicherung der Sachspende
  • Die maximale Fördersumme beträgt 20.000 Euro pro Transport

Nicht bezuschusst werden unter anderem die Beschaffung der Sachspenden, der Kauf von Containern, die Lagerung in Deutschland und im Partnerland, Container-Standgeld, Entzollung der Sachspende und Reisekosten von Personen.

Rahmenbedingungen der Förderung

Kosten für bereits durchgeführte Transporte von Sachspenden werden nicht erstattet. Pro Jahr und Antragsteller wird nur ein Antrag gefördert, um möglichst viele Antragsteller unterstützen zu können.

Transportkosten von entwicklungspolitisch förderungswürdigen Sachspenden für Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden nur auf schriftlichen Antrag bezuschusst. Der Zuschuss beträgt im Regelfall 75 Prozent der Transportkosten, Verpackung, Fracht und Transportversicherung eingeschlossen. Der Antragsteller muss sich mit einem angemessenen Eigenanteil von mindestens 25 Prozent an den Transportkosten beteiligen.

In der Regel werden nur die Kosten für den kostengünstigsten Transport bezuschusst.

Der Empfänger im Partnerland muss die Gewähr dafür bieten, dass die Sachspenden umgehend bestimmungsgemäß und zweckentsprechend eingesetzt werden. Folgekosten jeder Art, die im Zusammenhang mit dem Transport der Sachspenden entstehen, werden nicht übernommen.

Transporte von Sachspenden werden nur durchgeführt, wenn die zollfreie Einfuhr in das Partnerland durch eine Zollbefreiungserklärung sichergestellt ist. Die Zollbefreiungserklärung, die vom Empfänger im Partnerland beizubringen ist, gilt als Hinweis dafür, dass die betreffenden Sachspenden im Partnerland positiv aufgenommen werden und bedarfsgerecht sind.

Sofern in begründeten Einzelfällen keine Zollbefreiungserklärung beigebracht werden kann, muss vor Durchführung des Transports die Entzollung durch den Antragsteller sichergestellt sein.

Förderungswürdige Sachspenden

Entwicklungspolitisch förderungswürdig sind Sachspenden, die benachteiligte Bevölkerungsgruppen wirkungsvoll dabei unterstützen, ihre materiellen und sozialen Lebensumstände zu verbessern. Dazu gehören insbesondere Sachspenden, die mittelbar

  • zusätzliches Einkommen schaffen;
  • die schulische Bildung mit Blick auf den Arbeitsmarkt verbessern;
  • die Qualität der handwerklichen und praxisorientierten Berufsausbildung erhöhen;
  • die Produktivität kleiner handwerklicher und landwirtschaftlicher Betriebe steigern;
  • den Service von Gesundheitseinrichtungen sichern und verbessern.

Darüber hinaus müssen zusätzliche Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Sachspenden beeinträchtigen nicht die Erwerbs- und Absatzmöglichkeiten lokaler Betriebe. Die Sachspenden sind keine Güter, die auch lokale Kleinbetriebe herstellen und verkaufen.
  • Die Sachspenden passen zu den wirtschaftlichen, technischen und infrastrukturellen Verhältnissen im Partnerland.
  • Für technische Geräte gibt es im Partnerland Personal, das die Wartung und Reparatur übernehmen kann. Die Ersatzteilversorgung ist langfristig gesichert.
  • Die Sachspenden sind umweltverträglich.
  • Die Sachspenden werden unentgeltlich abgegeben und verschaffen der Empfängerorganisation keine Gewinne.
  • Die sichere Transportdurchführung ist gewährleistet.
  • Die Sachspenden stehen nicht in direktem Zusammenhang mit einem Projekt, das aus-Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird.
Nicht förderungswürdige Sachspenden
  • militärische Ausrüstungsgüter
  • Luxusgüter
  • chemische und andere sensible Stoffe, die ein besonderes Sicherheitsrisiko darstellen oder besondere Anforderungen an Qualität, Zulassung, Transport, Lagerung und Verwendung stellen (z.B. Dispersionsfarben, Lacke, Lebensmittel)
  • Haushaltseinrichtungsgegenstände und Haushaltsartikel
  • Artikel des täglichen Bedarfs
  • Kleider- und Wäschesammlungen
  • IT-Geräte, die älter als 5 Jahre sind
  • Tiere und Pflanzen
  • Ausrüstungsgüter für wissenschaftliche Zwecke
  • Sachspenden für rein humanitäre Zwecke (Hilfsgüter in Katastrophenfällen)
  • Fahrzeuge, bei denen die nächste Hauptuntersuchung (TÜV, DEKRA) in weniger als 1 Jahr fällig ist.

Besondere Bedingungen gelten für Kleidungsstücke sowie Spiel- und Sportartikel – sie dürfen nur in kleinen Mengen beigepackt werden.

Besonderheit: Arzneimittel

Antrag stellen

Die TKZ-Antragstellung muss anhand der bereitgestellten Dokumente „Trägerprüfung“ und „Projektantrag“ erfolgen. Die entsprechenden Formulare und Hilfestellungen finden Sie auf dieser Seite.

Idealerweise sollten die Anträge mindestens acht Wochen vor dem geplanten Transport bei Engagement Global vorliegen. Die Anträge werden in Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet.

Es handelt sich um ein zweistufiges Antragsverfahren:

  1. Zunächst müssen Ihre Angaben als Träger auf Antragsberechtigung geprüft werden (z.B. Gemeinnützigkeit, Rechtsform etc.). Dieser Schritt stellt eine Vereinfachung dar, da notwendige Unterlagen nach erfolgter Antragsberechtigung zukünftig nur noch bei relevanten Änderungen eingereicht werden müssen. Gleichzeitig soll Ihnen durch bereits eingereichte Unterlagen der Zugang zu anderen Programmen der Engagement Global erleichtert werden. Nach Einreichung der Unterlagen und Angaben zur Antragsberechtigung erhalten Sie per E-Mail eine entsprechende Trägernummer.
  2. Im zweiten Schritt können Sie mit dieser Trägernummer den Projektantrag für TKZ einreichen.

Bitte füllen Sie beide Online- Antragsformulare sorgfältig aus. Der Antrag auf Transportkostenzuschuss muss folgende Punkte enthalten:

  • Angaben zum deutschen Antragsteller (Rechtsform, Kontaktperson)
  • Angaben zum Empfänger der Sachspenden im Partnerland (Rechtsform, Tätigkeitsfeld)
  • Vollständige Liste der zu transportierenden Sachspenden (einschl. Angabe des Alters der Sachspenden und Zustand)
  • Angaben zur Verwendung der Sachspenden im Partnerland (Bedarfslage, Zielgruppe, Verwendungszweck)
  • Angaben zur Eigenleistungen des Antragstellers (z.B. Beladung eines Containers durch den Antragsteller)
  • Eine unwiderrufliche Vollmacht für Engagement Global zur Beauftragung eines Spediteurs im Namen des Antragstellers (S. Punkt 6 des Antragsformulars).

Schicken Sie den Antrag sowohl elektronisch als auch rechtsverbindlich unterschrieben per Post an Engagement Global. Engagement Global prüft den Antrag und teilt dem Antragsteller in einem Fördervertrag den Bundeszuschuss und die Höhe der Eigenbeteiligung mit.

Die Auswahl eines geeigneten Speditionsunternehmens erfolgt durch Engagement Global nach Einholung von Vergleichsangeboten. Engagement Global schließt einen Vertrag mit dem Spediteur im Namen des Antragstellers. Ausführer ist der Antragsteller.

Engagement Global schließt im Namen des Antragstellers bei der Spedition eine Transportversicherung ab. Höchsterstattung ist der deklarierte Zeitwert, maximal jedoch 50.000 Euro. Eine darüber hinausgehende Transportversicherung hat der Antragsteller selbst abzuschließen.

Ist der Antrag bewilligt, wird der Antragsteller gebeten, sich mit der ausgewählten Spedition in Verbindung zu setzen um den Transport zügig vorzubereiten. Die erforderlichen Zolldokumente (in der Regel Zollrechnung, Packliste, Geschenkzertifikat in landesüblicher Sprache) erstellt der Antragsteller aus. Der Antragsteller hat die außenwirtschaftlichen Bestimmungen zu beachten, zum Beispiel Ausfuhrgenehmigungen einzuholen.

Abrechnung

Nach Verschiffung der Spenden stellt die Spedition eine Rechnung über den Eigenanteil an den Antragsteller. Die Rechnung für den bezuschussten Teil der Transportkosten schickt die Spedition direkt an Engagement Global.

Der Empfänger im Partnerland muss den Eingang und die zweckentsprechende Verwendung der Sachspenden gegenüber dem Antragsteller schriftlich bestätigen. Diese Empfangsbestätigung (Mustervorlage auf der Webseite) sowie eine Kopie der genehmigten Packliste und einen Zahlungsnachweis über die geleisteten Eigenmittel leitet der Antragsteller innerhalb von 10 Wochen nach Warenauslieferung (Empfang durch Partner) weiter an Engagement Global.

Dokumente zur Antragstellung

Anträge auf Transportkostenzuschuss für Sachspenden richten Sie bitte an den Zentralen Programmservice. Die Anschrift finden Sie in den folgenden Antragsformularen.