Ein Satz kann unsere Welt verändernKoloniale Denkmuster beenden!

Jens Schneider arbeitet heute als Ethnologe und Migrationsforscher. Seit seinem ASA-Aufenthalt in Chile 1987 widmet er sein Leben der Wissenschaft und Forschung. Als Mitbegründer des The Global (De)Centre engagiert er sich besonders für dekoloniale und „dezentrierte“ Perspektiven in der Migrationsforschung.

Wie setzt Du Dich für eine gerechtere Welt ein?

In meiner Arbeit als Ethnologe und Migrationsforscher beschäftige ich mich mit Fragen der Chancengerechtigkeit und des sozialen Aufstiegs von Einwanderungsfamilien – sowie mit den Bedingungen für ein gelingendes Zusammenleben in hochdiversen Gesellschaften. Über Vorträge, Artikel und Interviews möchte ich zu einem besseren Verständnis der Migrationsgesellschaft beitragen und gesellschaftliche Debatten mitgestalten.

Wie kam es zu Deiner ASA-Teilnahme?

Ich war 1987/88 mit ASA in Chile und habe dort mit einer indigenen Organisation für ländliche Entwicklung zusammengearbeitet. In meinem Projekt unterstützte ich die Organisation bei der Suche nach Fördermitteln. Gleichzeitig nutzte ich den Aufenthalt, um die politischen Aktivitäten von Mapuche-Organisationen zu erforschen – das wurde später zum Thema meiner Magisterarbeit.

Wie hat Dich das ASA-Programm beeinflusst?

Der Aufenthalt in Chile hat zu tiefen Freundschaften geführt, die ich erst kürzlich – also nach fast 40 Jahren – wieder neu beleben konnte. Auch wenn ich für die Partnerorganisation fachlich wenig beitragen konnte – als Ethnologe unter lauter Agrartechniker*innen und -ingenieur*innen – sind doch dauerhafte Beziehungen entstanden. Diese bildeten später die Grundlage für weitere ASA-Projekte und meine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Migration und indigenen Bewegungen.

Bis heute unterstütze ich Menschen aus Chile und Brasilien – sei es finanziell, durch Vernetzung oder durch die Bereitstellung von Zugängen. Darüber hinaus bin ich Mitbegründer des Global (De)Centre, einer Plattform, die sich der dezentralen und dekolonialen Wissensproduktion zu Migration und Diversität widmet. Auch diese Initiative ist eng mit meinen ASA-Erfahrungen verknüpft.

Global (De)Centre

Das Global (De)Centre wurde gegründet, um Forschende und Kulturschaffende aus unterschiedlichen Regionen und Disziplinen weltweit zu vernetzen und neue Methoden und Ansätze zu Mobilität, Diversität und Kultur zu entwickeln. Im Zentrum steht dabei der Versuch, bestehende Wissenshierarchien zu hinterfragen und dekoloniale Perspektiven zu stärken.

Mehr zu The Global (De)Centre

Was wünschst Du Dir für die nächsten 65 Jahre ASA?

Ich wünsche mir, dass das Programm auch weiterhin so positive Effekte für die jungen Menschen hat, die daran teilnehmen.