Ein Satz kann unsere Welt verändernIch glaube an die Kraft von globalem Lernen und interkulturellem Austausch.

Mbuh Blaise Baneh ist ein kamerunischer Dokumentarfilmmacher und Medienpädagoge bei Joliba e.V. in Berlin. 2015 reiste er als Süd-Nord-Teilnehmer nach Deutschland. Im Gespräch erzählt er, wie das ASA-Programm sein Engagement für immer verändert hat.

Du engagierst dich für Süd-Süd-Austausch. Was machst Du konkret?

Ich bin Vorsitzender des Global South Network (GSN) und setze mich für die Stärkung und Vernetzung von Initiativen aus dem Globalen Süden ein. Die Idee zum Netzwerk entstand während eines ASA-Seminars in der Nähe von Berlin. Wir waren Teilnehmer*innen aus fünf afrikanischen Ländern – Kamerun, Benin, Namibia, Sambia und Ghana – und wir stellten fest, dass es wenig Verbindungen zwischen unseren Projekten gab. Das wollten wir ändern und haben dafür das Global South Network gegründet.

Was hat Dich motiviert mit dem ASA-Programm nach Deutschland zu kommen?

Das ASA-Programm war für mich ein wichtiger Schritt, mein Engagement auf ein neues Level zu bringen. Ich wollte internationale Kontakte knüpfen und mich weiterentwickeln. Gemeinsam mit Teilnehmenden aus Deutschland habe ich an einem Film gearbeitet, der Geschichten von Migration zwischen Berlin und Bamenda erzählt – voller Träume, Zweifel und überraschender Begegnungen.

Zum Trailer von "Bushfallers- A Journey of chasing dreams"

Was hat Dich besonders überrascht oder geprägt?

Die Erfahrung hat mir die Augen geöffnet, wie viel wir von anderen kulturellen Perspektiven lernen können. Viele Klischees und Vorurteile, die über Europa oder Afrika existieren, stimmen so nicht. Genau darum geht es beim Globalen Lernen. Das geht weit darüber hinaus, was wir in der Schule oder Universität lernen können.

Wie setzt Du das in Deiner Bildungsarbeit um?

In Zusammenarbeit mit Joliba e.V.  organisiere ich Medienworkshops, die vor allem Menschen mit Migrationshintergrund eine Stimme geben. Viele von ihnen bringen traumatische Erfahrungen mit. Wir nehmen uns die Zeit, ihre Geschichten zu hören, begleiten sie mit Coachings und binden sie in unsere Filmprojekte ein.

Aktuell arbeite ich außerdem an einer Dokumentation über die Kolonialgeschichte in Kamerun. Als Gastdozent in Deutschland ist mir aufgefallen, dass viele Studierende kaum etwas über diesen Teil der deutschen Geschichte wissen. Mit meinem Film möchte ich genau hier ansetzen: die Wurzeln von Migration sichtbar machen und das Bewusstsein in der Gesellschaft stärken.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft des ASA-Programms?

Ich wünsche mir, dass Projekte von Schwarzen Menschen mehr Sichtbarkeit bekommen. Die bestehenden Möglichkeiten reichen nicht, um all die großartigen Ideen und Projekte Wirklichkeit werden zu lassen. Für die Zukunft hoffe ich, dass sich Schwarze Menschen in Deutschland noch stärker politisch einbringen, damit unsere Stimmen gehört werden.