Bonn,
„Wenn wir uns das Weltgeschehen anschauen, wird klar, die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind kein „Nice-to-have“ sondern ein „Must-have““, resümiert Bastian Rosenau, Landrat im Enzkreis in Baden-Württemberg, am Ende der ersten Woche des Hochrangigen Politischen Forums für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (High-Level Political Forum on Sustainable Development, HLPF), das vom 14. bis 24. Juli 2025 in New York stattfand. Im Rahmen des Forums kommen jedes Jahr Vertreter*innen von Staaten, Kommunen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Jugend, Indigenen und anderen Stakeholdern zusammen, um eine Bestandsaufnahme zur Umsetzung der Agenda 2030 vorzunehmen.
Mit Unterstützung der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global nahm Bastian Rosenau zusammen mit Vertreter*innen des Landkreises Oldenburg, der Städte Geestland, Stuttgart und Mannheim und dem Deutschen Landkreistag am HLPF teil. Die Kommunalvertreter*innen waren Teil der deutschen Delegation, der außerdem Personen aus der Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Jugend und des Bundestags angehörten, unter der Leitung der Parlamentarischen Staatssekretärinnen Bärbel Kofler vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Rita Schwarzelühr-Sutter vom Bundesumweltministerium. Auch Engagement Global war mit Katharina von Münster, Bereichsleiterin der Bildungsprogramme und Förderung von Inlandsprojekten, Teil der Delegation.
Die Bilanz fiel kritisch aus. Nur bei 17 Prozent der Ziele für nachhaltige Entwicklung gibt es substantiellen Fortschritt, bei weiteren 18 Prozent ist der Fortschritt moderat. Es sei höchste Zeit, die Nachhaltigkeitsziele wieder auf den richtigen Pfad zu bringen, forderte Lok Bahadur Thapa, Vizepräsident des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen. Bärbel Kofler unterstrich Deutschlands Bereitschaft, sich dafür einzusetzen: „Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es wichtiger denn je, dass wir als internationale Gemeinschaft zusammenstehen und an einem Strang ziehen. Hier in New York verständigen wir uns darüber, wie wir unter dem Dach der Vereinten Nationen in Zukunft besser zusammenarbeiten können und welche gemeinsamen Interessen wir als Mitgliedsstaaten haben.“
Kommunale Verwaltungen spielen bei der Erreichung der 17 Ziele eine wichtige Rolle. Gabi Kasten, Bürgermeisterin der Stadt Geestland, betonte in einer offiziellen Erklärung von deutscher Seite bei den Vereinten Nationen, dass es bereits mehr als 800 Partnerschaften zwischen Kommunen in Deutschland und Ländern des Globalen Südens gebe, darunter auch mehr als 100 Klimapartnerschaften. Die SKEW unterstützt viele dieser Kooperationen.
Die deutschen Kommunalvertreter*innen begrüßten sehr, dass die Ergebnisse der kommunalen Nachhaltigkeitsberichte (sogenannte Voluntary Local Reviews), die Ergebnisse des gemeinsamen Voluntary Local Government Review zur Umsetzung der Agenda 2030 sowie die Beiträge der kommunalen Spitzenverbände in Deutschlands diesjährigen Freiwilligen Staatenbericht zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele eingeflossen sind. Die SKEW bietet Kommunen Unterstützung für die Erstellung ihrer Nachhaltigkeitsberichte an. Deutschland gehört damit zu den 46 Prozent der Staaten, die kommunale Perspektiven bereits aktiv in den Staatenbericht einbeziehen.
Von dem HLPF nahmen die Kommunalvertreter*innen vielfältige Eindrücke und internationale Kontakte mit. Gabi Kasten aus Geestland resümiert: „Das HLPF hat mir einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig es ist, dass die Kommunen stark vertreten sind, wenn es um die Umsetzung der Agenda 2030 geht. Der Austausch vor Ort war sehr inspirierend und motivierend.“
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