Langeoog, Ludwigsburg und Lübeck sind „Hauptstädte des Fairen Handels“

Bonn/München,

Viele Menschen stehen auf einer Bühne und halten Schilder mit den Namen ihrer Kommunen.
Engagiert, fair und vorbildlich: Die Preisträgerkommunen des Wettbewerbs Hauptstadt des Fairen Handels 2025.

Bei der gestrigen Preisverleihung in München war die Freude unter den Gewinnerkommunen groß: Insgesamt 13 Städte, Gemeinden und Landkreise wurden im Alten Rathaus der Stadt für ihr Engagement für fairen Handel und damit für weltweit gerechtere und nachhaltigere Handelsbedingungen ausgezeichnet. Ausgerichtet wird der Wettbewerb im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global.

Insgesamt 92 Kommunen aus 13 Bundesländern hatten sich in diesem Jahr um den Titel „Hauptstadt des Fairen Handels“ in den Kategorien kleine, mittlere und große Kommunen sowie um zwei Sonderpreise, den Newcomerpreis und den Publikumspreis mit öffentlicher Abstimmung beworben. Sie werden ausgezeichnet für die verschiedensten Strategien und Projekte, mit denen sie sozial verantwortliche und ökologische Produktionsbedingungen in der kommunalen Beschaffung verankern, Vereine oder Unternehmen vor Ort in ihrem Einsatz für fairen Handel stärken oder die Bedeutung des fairen Handels durch Öffentlichkeitsarbeit in die Gesellschaft tragen.

Einblicke in das Engagement der prämierten Kommunen finden Sie unten.

Die Gewinnerkommunen und ihre Preisgelder

Kategorie kleine Kommunen (bis 19.999 Einwohner*innen):
1. Platz: Inselgemeinde Langeoog (30.000 Euro)
2. Platz: Stadt Ebern (20.000 Euro)
3. Platz: Stadt Fehmarn (10.000 Euro)

Kategorie mittlere Kommunen (20.000 bis 99.999 Einwohner*innen):
1. Platz: Stadt Ludwigsburg (30.000 Euro)
2. Platz: Stadt Aschaffenburg (20.000 Euro)
3. Platz: Stadt Freiberg (10.000 Euro)  

Kategorie große Kommunen (ab 100.000 Einwohner*innen):
1. Platz: Hansestadt Lübeck (30.000 Euro)
2. Platz: Rhein-Kreis Neuss (20.000 Euro)
3. Platz: Stadt Essen (10.000 Euro)  

Sonderpreise und Publikumspreis:
Sonderpreis: Stadt Neumarkt in der Oberpfalz (10.000 Euro)
Sonderpreis: Stadt Dortmund (10.000 Euro)
Sonderpreis Newcomer: Stadt Eibenstock (10.000 Euro)
Publikumspreis: Stadt Eltmann (10.000 Euro)

Inselgemeinde Langeoog: Gewinnerin der Kategorie kleine Kommunen

Als kleinste Bewerberkommune mit nur rund 1.400 Einwohner*innen beeindruckt Langeoog durch ein umfassendes Engagement trotz begrenzter finanzieller Mittel. Mit festen Stellenanteilen, Dienstanweisungen und gezielter Budgetplanung gelingt es der Inselgemeinde, zahlreiche Produkte – wie Dienstkleidung oder Lebensmittel – fair zu beschaffen und das Thema wirkungsvoll in die Verwaltung zu integrieren. Zeitgleich erreicht Langeoog Anwohner*innen sowie die jährlich rund 130.000 Tourist*innen über kreative öffentlichkeitswirksame Initiativen wie fair produzierte Strandkörbe mit QR-Code zur Website der Fairtrade Gruppe Langeoog oder die faire und nachhaltige Inselschokolade.

Stadt Ludwigsburg: Gewinnerin der Kategorie mittlere Kommunen

Ludwigsburg überzeugt die Jury mit innovativen Maßnahmen, die faire Beschaffung strukturell verankern und für fairen Handel sensibilisieren: Nachhaltige Beschaffung ist als Ziel im Stadtentwicklungskonzept integriert und wird durch eigene Personalstellen, eine detaillierte Negativliste und ein gezieltes Monitoring gesichert. Zeitgleich trägt Ludwigsburg das Thema aktiv in die Breite: Als Mitglied bei Electronics Watch, die Arbeitsrechtsverletzungen in globalen Lieferketten aufdecken, konnte die Stadt Erfahrungen in der fairen Beschaffung von IT-Produkten sammeln und in Workshops an andere Kommunen weitergeben. Zusätzlich gibt es eine Fairtrade-Schule, Fairtrade-Universität und die Hochschule für öffentliche Verwaltung hat nachhaltige Beschaffung fest in ihren Lehrplan für die auszubildenden neuen Verwaltungsmitarbeitenden integriert.

Hansestadt Lübeck: Gewinnerin der Kategorie große Kommunen

Lübeck engagiert sich als Fairtrade-Stadt mit einer besonders aktiven Steuerungsgruppe, deren Vertreter*innen aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft monatlich Projekte rund um fairen Handel und Nachhaltigkeit koordinieren. Fortbildungen, E-Learning Angebote für Mitarbeitende und klare Richtlinien sichern die Umsetzung fairer Beschaffung in der Verwaltung. Besonders beeindruckend ist der große Wille der Stadt zur öffentlichen und politischen Überzeugungsarbeit: Kreative Aktionen wie die Initiative Hauptstadt des Fairen Marzipans sowie der regelmäßig aktualisierte Stadtplan zum Angebot fairer und regionaler Produkte erreichen Bevölkerung, Wirtschaft und Tourist*innen – mit Erfolg: Ein großer Lübecker Marzipanhersteller hat sich infolge des Engagements in einem „Letter of Intent“ zum künftigen Einsatz fair gehandelten Kakaos bereiterklärt.

Petra Gohr-Guder

Pressesprecherin

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